Kirchlicher Jahreskreis

Der Kirchliche Jahreskreis beginnt jeweils am 1. Adventsonntag. Das Kirchenjahr ist daher nicht identisch mit dem Kalenderjahr. Es gliedert sich in den Weihnachts- und Osterfestkreis und dazwischen in die "Zeiten im Jahreskreis". In den einzelnen Festen wird das Erlösungswerk Gottes durch Jesus Christus aus verschiedenen Perspektiven heraus betrachtet und in unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen gefeiert.

Advent

Advent heißt Ankunft. Gemeint ist die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus, die man in dreifacher Hinsicht verstehen kann:

Mit dem ersten Adventsonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Die Zeit bis zum 25. Dezember dient zur Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi. Das Brauchtum möchte uns bei der Vorbereitung und beim Warten unterstützen:

Weihnachten

Am 25. Dezember feiert die Kirche die Geburt Jesu, des Sohnes Gottes. Dass Gott sich klein macht, und ein Menschenleben wie wir beginnt, gehört zum großen Geheimnis der Liebe.

Der Weihnachtsfestkreismit der liturgischen Farbe Weiß umschließt eine Reihe von Festen:

Durchs Jahr

Der kirchliche Jahreskreis hat mit dem Weihnachts- und dem Osterfestkreis zwei Höhepunkte. Diesen Höhepunkten geht mit der Advents- und Fastenzeit jeweils eine Zeit der Vorbereitung voraus. Die Zeit dazwischen nennen wir einfach Zeit im Jahreskreis.

Diese Zeit beginnt mit dem Fest der Taufe des Herrn und endet mit dem Christkönigssonntag. Dazwischen gibt es 32 Sonntage im Jahreskreis. Die liturgische Farbe für diese Zeit ist Grün.

Fastenzeit

Die 40tägige Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Karsamstag. Die Sonntage dazwischen sind von der Fastenzeit ausgenommen. Aschermittwoch und Karfreitag gelten als strenge Fasttage. Der tiefere Sinn der vorösterlichen Bußzeit ist die Vorbereitung auf das Osterfest: Durch das Fasten des Leibes soll auch ein spirituelles Leerwerdenund eine geistige Erneuerung gefördert und unterstützt werden. Mit dem christlichen Fasten ist ein ganzheitlicher Prozess gemeint, der die wichtigsten Lebensbereiche umfasst: Fasten (Zurückhaltung und Verzicht im Bereich des eigenen Konsums), Beten (Erneuerung der Beziehung zu Gott) und Almosen geben (Teilen mit den Mitmenschen, Beziehung zum Nächsten).

Karwoche

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, die Karwoche.

Osterfestkreis

Ostern ist das höchste Fest im kirchlichen Jahreskreis: es ist die Feier der Auferstehung Jesu. Die Macht des Todes, der niemand entrinnen kann, ist gebrochen. Der Sieg der Liebe über den Tod begründet unsere Hoffnung. Ohne die Auferstehung wäre unser Glaube sinnlos.
Die Osternacht beginnt mit einer eindrucksvollen Lichtfeier (Lumen Christi = Christus, das Licht). Dann folgen Wortgottesfeier (ein Durchgang durch die ganze Heilsgeschichte), Tauffeier (auch wir sind in den Tod hinein getaucht um mit Christus ins Leben aufzutauchen) und die Eucharistiefeier (Geheimnis des Glaubens: deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit)
In der Heiligen Schrift berichten die sogenannten Ostererzählungen von diesem Ereignis in sehr unterschiedlicher Weise. Sie wollen damit keinen historischen Bericht abgeben, sondern sie wollen Zeugnis aus der Begegnung mit dem Auferstanden ablegen.
Die ganze erste Woche nach dem Ostersonntag wird wie ein Sonntag gefeiert. Die Osterzeit dauert insgesamt 50 Tage bis zum Pfingstfest.

Fronleichnam

Nach Pfingsten und dem Dreifaltigkeitssonntag feiert die Kirche am darauf folgenden Donnerstag das Hochfest des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus (Fronleichnam). Dieses Fest ist ein sehr junges Fest und wurde zur Vertiefung der eucharistischen Frömmigkeit eingeführt. Wenn an diesem Tag die Heilige Messe im Freien gefeiert wird und danach Christus im Heiligen Brot in der Monstranz durch die Straßen getragen wird, kommt das einer Demonstration gleich. Wir möchten zeigen, wer unsere Mitte ist, und woraus wir leben.

Allerheiligen

Während des ganzen Jahres feiert die Kirche die Gedenktage der Heiligen.
Am Hochfest Allerheiligen (1. November) machen wir uns bewusst, dass wir mit den heiliggesprochenen und den namenlosen Heiligen zur großen Schar der Kinder Gottes gehören dürfen. Sie haben ihren Lebenslauf schon vollendet und sind uns auf ihre Weise ein Vorbild im Glauben. Mehr als über ihre großen Werke dürfen wir über die Liebe Gottes staunen, die die Heiligen zu diesen Werken befähigt und bestärkt hat. Allerheiligen ist einem Erntefest vergleichbar, bei dem eine große Ernte eingebracht wird.
Während das Allerheiligenfest einen strahlenden Charakter hat, ist der Gedenktag Allerseelen (2. November) stimmungsmäßig eher zurückhaltend. Im Blick stehen alle, die uns vorausgegangen sind und für die wir hoffen, dass auch sie in der Barmherzigkeit Gottes geborgen sind. An den ersten beiden Novembertagen wird der Brauch des Friedhofsbesuch und der Gräbersegnung gepflegt.

Christkönig

Jesus Christus ist letztlich das Zentrum aller kirchlichen Feste. Auch die Gedenktage der Heiligen sind in gewisser Weise Veranschaulichung persönlich gelebter Nachfolge Christi.
Sogar die Marienfeste weisen in ihrem Kern auch immer auf den Erlöser Jesus Christus hin.
Es gibt im Lauf des Kirchenjahres die sogenannten Herrenfeste, zu denen Darstellung des Herrn zählt, der Dreifaltigkeitssonntag, das Fronleichnams-Fest und der Christ-Königs-Sonntag. An diesem Sonntag, dem letzten im Kirchenjahr, bekennen wir uns zu Christus, unserem König.