Katholische Pfarrgemeinde St. Martin Nottuln

Kirchlicher Jahreskreis

Der Kirchliche Jahreskreis beginnt jeweils am 1. Adventsonntag. Das Kirchenjahr ist daher nicht identisch mit dem Kalenderjahr. Es gliedert sich in den Weihnachts- und Osterfestkreis und dazwischen in die "Zeiten im Jahreskreis". In den einzelnen Festen wird das Erlösungswerk Gottes durch Jesus Christus aus verschiedenen Perspektiven heraus betrachtet und in unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen gefeiert.

Advent

Advent heißt Ankunft. Gemeint ist die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus, die man in dreifacher Hinsicht verstehen kann:

  • als die Ankunft des Gottessohnes in Betlehem,
  • als die Ankunft Jesu in meinem Herzen und
  • als die erhoffte Wiederkunft Christi zur Vollendung der Erlösung der ganzen Schöpfung.

Mit dem ersten Adventsonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Die Zeit bis zum 25. Dezember dient zur Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi. Das Brauchtum möchte uns bei der Vorbereitung und beim Warten unterstützen:

  • Adventkalender – Das schrittweise Öffnen der Fenster erleichtert den Kindern das Warten auf das Weihnachtsfest.
  • Rorate – Die Heilige Messe am Anbruch des Tages macht uns bewusst, dass wir eingeladen sind, Schlaf und Trägheit abzulegen und mit Taten der Liebe Christus in unserem Herzen einen Platz zu bereiten.
  • Adventkranz – Mit jeder weiteren Kerze, die am Kranz entzündet wird, soll auch die Dunkelheit in unseren Herzen vertrieben werden.
  • Gaudete – Der dritte Adventsonntag ist der Sonntag der Vorfreude. In der Liturgie macht das Violett der Farbe Rosa Platz. Paulus ruft uns in einer der Schriftlesungen zu: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!

Weihnachten

Am 25. Dezember feiert die Kirche die Geburt Jesu, des Sohnes Gottes. Dass Gott sich klein macht, und ein Menschenleben wie wir beginnt, gehört zum großen Geheimnis der Liebe.

Der Weihnachtsfestkreismit der liturgischen Farbe Weiß umschließt eine Reihe von Festen:
  • Am 26. Dezember feiern wir das Fest des ersten Märtyrers und Patrons der Erzdiözese Wien, das Fest des Heiligen Stephanus.
  • Der Jahresschluss wird in unserer Pfarre mit einer Dankmesse am 31. Dezember gefeiert.
  • Der 1. Jännerist der achte Tag nach Weihnachten, an dem die Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria feiert.
  • Am 1. Sonntagnach Weihnachten wird das Fest der Heiligen Familie gefeiert.
  • Es folgt mit dem 6. Jänner das Fest der Erscheinung des Herrn (Dreikönig), das in der Orthodoxen Kirche das eigentliche Weihnachtsfest ist. Durch das Aufsuchen des Kindes von Sterndeutern aus dem Osten hebt der Evangelist Matthäus die besondere Bedeutung des Kindes für die ganze Welt hervor.
  • Der 2. Sonntag nach Weihnachten beschließt mit dem Fest der Taufe Jesu den Weihnachtsfestkreis. Es hat ähnlich wie das Geburtsfest oder das Fest der Erscheinung des Herrn einen offenbarenden Charakter: Jesu wird als der geliebte Sohn Gottes geoffenbart.
  • Das Fest Darstellung des Herrn (früherer Name: Maria Lichtmess) gehört nicht mehr zum weihnachtlichen Festkreis, ist ihm aber sinngemäß zugeordnet: Maria und Josef bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel und stellen ihn somit der Gemeinde vor.

Durchs Jahr

Der kirchliche Jahreskreis hat mit dem Weihnachts- und dem Osterfestkreis zwei Höhepunkte. Diesen Höhepunkten geht mit der Advents- und Fastenzeit jeweils eine Zeit der Vorbereitung voraus. Die Zeit dazwischen nennen wir einfach Zeit im Jahreskreis.

Diese Zeit beginnt mit dem Fest der Taufe des Herrn und endet mit dem Christkönigssonntag. Dazwischen gibt es 32 Sonntage im Jahreskreis. Die liturgische Farbe für diese Zeit ist Grün.

Fastenzeit

Die 40tägige Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Karsamstag. Die Sonntage dazwischen sind von der Fastenzeit ausgenommen. Aschermittwoch und Karfreitag gelten als strenge Fasttage. Der tiefere Sinn der vorösterlichen Bußzeit ist die Vorbereitung auf das Osterfest: Durch das Fasten des Leibes soll auch ein spirituelles Leerwerdenund eine geistige Erneuerung gefördert und unterstützt werden. Mit dem christlichen Fasten ist ein ganzheitlicher Prozess gemeint, der die wichtigsten Lebensbereiche umfasst: Fasten (Zurückhaltung und Verzicht im Bereich des eigenen Konsums), Beten (Erneuerung der Beziehung zu Gott) und Almosen geben (Teilen mit den Mitmenschen, Beziehung zum Nächsten).

Karwoche

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, die Karwoche.
  • Palmsonntag: wir feiern den Einzug Jesu in Jerusalem; Jesus zieht auf einem Friedenstier, einem Esel, in die Königsstadt Jerusalem ein und gibt damit ein Zeichen, wie sein Königtum zu verstehen ist.
  • Gründonnerstag: wir denken an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Bei diesem Mahl, der jüdischen Pessach-Feier, bei der die Heilstaten Gottes erinnert wurden, gibt Jesus ein doppeltes Zeichen seiner Liebe: er wäscht seinen Jüngern wie ein Diener die Füße und er deutet Brot und Wein als Zeichen seiner Hingabe. Nach dem Mahl erlebt Jesus nach der Überlieferung des Neuen Testaments schwere Stunden der Einsamkeit am Ölberg. Dann wird er gefangen genommen, verhört, verspottet und zum Tod verurteilt.
  • Karfreitag: Die Feier des Leidens und Sterbens Jesu will nicht in erster Linie die Grausamkeit des Leidens betonen, sondern will vor allem die Liebe Jesu in den Blick nehmen – eine Liebe, die bis zum Letzten geht.
  • Karsamstag: Dieser Tag gilt als der Tag der Grabesruhe Jesu. Am Karsamstag wird auf der ganzen Welt keine Eucharistie gefeiert. Im Brauchtum wird dieser Tag oft auch als Fasttag gehalten, an dem man auch das Heilige Grab besucht.

Osterfestkreis

Ostern ist das höchste Fest im kirchlichen Jahreskreis: es ist die Feier der Auferstehung Jesu. Die Macht des Todes, der niemand entrinnen kann, ist gebrochen. Der Sieg der Liebe über den Tod begründet unsere Hoffnung. Ohne die Auferstehung wäre unser Glaube sinnlos.
Die Osternacht beginnt mit einer eindrucksvollen Lichtfeier (Lumen Christi = Christus, das Licht). Dann folgen Wortgottesfeier (ein Durchgang durch die ganze Heilsgeschichte), Tauffeier (auch wir sind in den Tod hinein getaucht um mit Christus ins Leben aufzutauchen) und die Eucharistiefeier (Geheimnis des Glaubens: deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit)
In der Heiligen Schrift berichten die sogenannten Ostererzählungen von diesem Ereignis in sehr unterschiedlicher Weise. Sie wollen damit keinen historischen Bericht abgeben, sondern sie wollen Zeugnis aus der Begegnung mit dem Auferstanden ablegen.
Die ganze erste Woche nach dem Ostersonntag wird wie ein Sonntag gefeiert. Die Osterzeit dauert insgesamt 50 Tage bis zum Pfingstfest.
  • Christi Himmelfahrt: 40 Tage nach Ostern feiern wir dieses Fest der Himmelfahrt Jesu. Eingehen in den Himmel bedeutet universale Präsenz. Jesus ist nicht mehr den menschlich-geschichtlichen Grenzen unterworfen. (Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt)
  • Pfingsten: Das Pfingstfest ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Auch dieses Ereignis kann mit Definitionen nicht erklärt werden. Der Geist wird in Bildern beschrieben: Sturm, Brausen und Feuerzungen. Der Geist befreit die mutlosen Jünger zu mutigen Zeugen der Frohen Botschaft.

Fronleichnam

Nach Pfingsten und dem Dreifaltigkeitssonntag feiert die Kirche am darauf folgenden Donnerstag das Hochfest des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus (Fronleichnam). Dieses Fest ist ein sehr junges Fest und wurde zur Vertiefung der eucharistischen Frömmigkeit eingeführt. Wenn an diesem Tag die Heilige Messe im Freien gefeiert wird und danach Christus im Heiligen Brot in der Monstranz durch die Straßen getragen wird, kommt das einer Demonstration gleich. Wir möchten zeigen, wer unsere Mitte ist, und woraus wir leben.

Allerheiligen

Während des ganzen Jahres feiert die Kirche die Gedenktage der Heiligen.
Am Hochfest Allerheiligen (1. November) machen wir uns bewusst, dass wir mit den heiliggesprochenen und den namenlosen Heiligen zur großen Schar der Kinder Gottes gehören dürfen. Sie haben ihren Lebenslauf schon vollendet und sind uns auf ihre Weise ein Vorbild im Glauben. Mehr als über ihre großen Werke dürfen wir über die Liebe Gottes staunen, die die Heiligen zu diesen Werken befähigt und bestärkt hat. Allerheiligen ist einem Erntefest vergleichbar, bei dem eine große Ernte eingebracht wird.
Während das Allerheiligenfest einen strahlenden Charakter hat, ist der Gedenktag Allerseelen (2. November) stimmungsmäßig eher zurückhaltend. Im Blick stehen alle, die uns vorausgegangen sind und für die wir hoffen, dass auch sie in der Barmherzigkeit Gottes geborgen sind. An den ersten beiden Novembertagen wird der Brauch des Friedhofsbesuch und der Gräbersegnung gepflegt.

Christkönig

Jesus Christus ist letztlich das Zentrum aller kirchlichen Feste. Auch die Gedenktage der Heiligen sind in gewisser Weise Veranschaulichung persönlich gelebter Nachfolge Christi.
Sogar die Marienfeste weisen in ihrem Kern auch immer auf den Erlöser Jesus Christus hin.
Es gibt im Lauf des Kirchenjahres die sogenannten Herrenfeste, zu denen Darstellung des Herrn zählt, der Dreifaltigkeitssonntag, das Fronleichnams-Fest und der Christ-Königs-Sonntag. An diesem Sonntag, dem letzten im Kirchenjahr, bekennen wir uns zu Christus, unserem König.

Wort der Woche

 

„Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.“

Evangelium: Lukas 17, 5-10

Jakobspilgerweg Nottuln

Auch in Westfalen gibt es weitere Wege der Jakobspilger nach historischem Vorbild. Der Weg führt von Bielefeld über Münster, Schapdetten, Nottuln und Darup nach Wesel. Hier schließt der Weg an die Pilgerstrecke am ... mehr

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